Sonntag, 1. März 2009

Colorado #2: Denver

Bevor hoffentlich bald ein Bericht zu meinem Spring-Break-Trip nach Washington, D.C., und Philadelphia folgt, hier noch ein Nachtrag zu den Winterferien. Im Anschluss an unseren Skiurlaub verbrachten wir noch ein Wochenende in Denver, der Hauptstadt Colorados. Eine sehr interessante Stadt! Auf einem ca. 1600 m. hohen Plateau gelegen (Denver wird daher auch die "Mile High City" genannt), sind die Rocky Mountains immer im Hintergrund präsent, was eine atemberaubende Skyline ergibt.


weite Prärie und schneebedeckte Gipfel

Anfang Januar, als im nicht weit entfernten Breckenridge noch kräftige Minusgrade und metertiefer Schnee herrschten, hatte Denver zeitweise schon frühlingshafte 15°C. Mit relativ wenig Niederschlag, sehr akzeptablen Temperaturen, schönen Wohngegenden, nicht zu großer Einwohnerzahl und bemerkenswerter Sauberkeit der Straßen scheint die Stadt wirklich angenehm zum Leben zu sein. Auch sonst lässt die Nähe der Berge sowie die große Anzahl an Parkanlagen und Sportstätten auf gute Lebensqualität schließen. Vielleicht sollte ich in Colorado weiterstudieren ;-)!



Untergebracht waren wir in einem von Daniel Libeskind (der z.B. auch das neue World Trade Center bauen wird) entworfenen Apartmentkomplex in Downtown Denver, direkt neben dem (ebenfalls von Libeskind designten) Art Museum:


Diese nette Suite durfte ich ganz allein bewohnen!!


Denver Art Museum (mit Werken von Botticelli, Monet, Matisse, Picasso, Georgia O'Keeffe, Andy Warhol, Daniel Richter... und einer ansehnlichen Sammlung indianischer Kunst)


Ein abendlicher Spaziergang brachte ein paar tolle Fotomotive zustande:

Colorado State Capitol bei Nacht


City Hall mit Weihnachtsbeleuchtung - etwas zu buntig für meinen Geschmack


FuZo (ja, die gibt es auch in den USA!)


täuschend ähnlich, aber nicht der Lago Maggiore...

Coloradoooooooooooo! (#1: Breckenridge)

Selbstportrait mit Ski

Etwas verspätet kommt hier der Bericht von meinem großen Trip in den Winterferien: Anfang Januar war ich 10 Tage in Colorado - Skifahren in Breckenridge und Sightseeing in Denver. Es war eine geniale Reise, und ich will gar nicht so viel schreiben, sondern eher Bilder sprechen lassen.

Main Street

Breckenridge ist ein nettes kleines Örtchen mitten in den Rocky Mountains und vermittelt mit seinen idyllischen Häusern ein wenig Wild-West-Nostalgie. Da der Ort auf ca. 3000m und das Skigebiet auf fast 4000m gelegen ist, kann man durch den Sauerstoffmangel leicht Höhenkrankheit bekommen (das ist nicht ganz ungefährlich - ich selbst hatte zum Glück keine Probleme). Das Skigebiet ist großartig und hat mit seinen vier Gipfeln (die lustigerweise keine Namen tragen, sondern lediglich durchnumeriert sind) für jeden Schwierigkeitsgrad etwas zu bieten.

Ich war anfangs ein wenig unsicher über meine skifahrerischen Fähigkeiten, da ich seit Königsleiten (1999 - lang ist's her!) nicht mehr im alpinen Terrain gefahren war, sondern nur in den Hügeln der Rhön. So probierte ich zuerst einmal hinter dem Haus, wo mich keiner sah, die Skier an. Wundersamerweise gewöhnte ich mich innerhalb weniger Minuten aber wieder an die Bewegungsabläufe und hatte von da an viel Spaß. Obwohl meine Knie oft schrieen "STOP!!", konnte ich nicht anders als die Pisten herunterzuheizen und auch Sprünge und Anliegerkurven mitzunehmen. YIEEEHAH!!!
Besonders toll war es, zwischen Bäumen Slalom zu fahren - das konnte manchmal ganz schön eng werden! Obwohl ich einige Male gestürzt bin, landete ich doch immer weich. Weder ich noch sonst jemand aus unserer Gruppe hat sich verletzt, was wirklich erfreulich ist. Zwei der Damen waren übrigens schon um die 70 und hatten erst vor kurzem das Skifahren erlernt (also, Papa und Mama, ihr habt noch einiges vor euch *gg*!!). Respekt!

Skibuddies


ACHTUNG KINDER ;-): Fotografieren im Lift - nicht nachmachen! Einer nicht näher genannten Person soll dabei schon die Skibrille auf die Piste gefallen und zu Bruch gegangen sein, so dass sie sich eine neue kaufen musste...


Insgesamt hatten wir geniales Wetter, erstklassige Schneebedingungen, und an fast allen Tagen strahlenden Sonnenschein. Unsere Ferienwohnung war sehr gemütlich und mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet, darunter ein kostenloser Bus zum Skilift sowie eine Piste hinter dem Haus, so dass man bis vor die Hautür fahren konnte. So verbrachten wir den ganzen Tag auf dem Berg und fielen abends müde (aber glücklich) in den Whirlpool.

Blick vom Balkon auf den Whirlpool

Auch sonst ließen wir es uns gut gehen: Wir hatten eine große Küche, wo man gut kochen, und einen warmen Kamin, wo man toll entspannen konnte. Abends gingen wir meistens essen - und so bekam ich unter anderem die Chance, Elchfleisch zu probieren...

Frühstück

morgendliches Chillen vor dem Kamin


Das rechte ist Elch. Schmeckt übrigens sehr gut!

"Triple Chocolate Decadence" - selbst zu dritt schafften wir dieses Wunderwerk von einem Dessert nicht!



Festumzug im nordischen Stil


Blick aus dem Fenster (!!!!!!!!!!) - so stelle ich mir den Himmel vor :-)

die selben Gipfel bei Nacht


Der Höhepunkt der Woche (im doppelten Sinne) war das Befahren des höchsten mit dem Lift erreichbaren Gipfels. Ich hatte es mir nämlich in den Kopf gesetzt, einmal ganz nach oben zu fahren. An diesem Tag lag frischer Puderschnee und die Sonne brannte vom Himmel - der perfekte Tag. Also nahmen wir den einzigen Schlepplift im ganzen Skigebiet (für Sessellifte ist das Gelände dort zu steil) zu einem Zwischengipfel. Bereits dort gab es nur noch schwarze Pisten (= die höchste Schwierigkeitsstufe) mit solchen schönen Namen wie "High Anxiety", "Lower Boneyard", "Lower Psychopath" oder auch "Amen" :-).


Kurz nachdem wir dort oben ankamen, öffnete auch der alleroberste Lift, der uns zum Gipfel brachte - auf fast 4000 Meter! Es ist ein unglaubliches Gefühl, so weit oben zu stehen (weit oberhalb der Baumgrenze), und ringsherum nichts als die unendliche Weite der Berge. Einfach wunderschön!!



Leider konnten wir aber nicht für immer dort oben bleiben, sondern mussten auch irgendwie wieder herunterkommen. Der "Imperial Bowl" (so hieß das Gelände - siehe Karte) war mit "Double Black Diamonds" gekennzeichnet, also nur für Experten. Ich hatte noch nie zuvor eine Piste solchen Schwierigkeitsgrads befahren. Dazu war es auch noch sehr windig.

vom Winde verweht...

Aber wir schafften es! Ich fiel etliche Male hin, doch in dem knietiefen Puderschnee landete ich immer weich. Da wir unter den ersten 50 waren, die an diesem Tag den Gipfel befuhren, konnten wir sogar unsere eigenen Spuren in den Neuschnee ziehen. Ich sage euch, danach fühlte ich mich wirklich unbezwingbar!!!

vor dem Gipfel und den frischgezogenen Linien




Pause in der Aufwärmhütte


Es war eine geniale Woche! Wenn ich reich wäre, würde ich mir sofort ein Haus in den Rockies kaufen und jeden Tag Skifahren, Wandern oder Mountainbiken gehen...

...über Denver schreibe ich ein andermal.

Freitag, 20. Februar 2009

Neuer Stundenplan

Während in Deutschland gerade die Prüfungen zuende gehen und die wohlverdienten Semesterferien beginnen, haben wir hier in Wisconsin bereits die fünfte Vorlesungswoche hinter uns gebracht. Mein Stundenplan sieht diesmal ganz anders aus, nämlich so:

Term: SEM II 2008-09
Course No Sec Crs Type Time M T W R F S S Bldg Room Start
Date
End
Date
ENGL 399 1 3.0 IND To be arngd








01/20 05/15
ENGL 399 4 3.0 IND To be arngd








01/20 05/15
WLNS 221 2 1.0 LAB To be arngd








02/13 02/15
WLNS 135 1
LAB 10:00-12:00

W



SCI A207 03/23 05/15
WLNS 135 1 1.0 LAB 10:00-12:00 M





CPS 230 03/23 05/15
ECON 311 1 3.0 LECT 14:00-15:15 M
W



CCC 204 01/20 05/15
WLNS 219 1 1.0 LAB 18:30-20:15

W



CPS 234 01/20 03/13



12.0











Weil das ein bisschen unübersichtlich ist, hier eine kurze Erklärung zu den einzelnen Kursen:

Economics 311 - Public Finance
Brauche ich noch für Kassel als VWL III - Wirtschaftspolitik. Wer mich kennt, weiß, dass ich in den Wirtschaftswissenschaften keine große Leuchte bin. Somit ist das sicherlich nicht mein Lieblingskurs, doch es macht eindeutig mehr Spaß als in Deutschland - das liegt zum einen am Professor, der sich wirklich Mühe gibt und zum anderen an der geringen Kursstärke (ca. 30 Leute im Gegensatz zu ca. 300 in Deutschland). Mein Ziel: bestehen :-). Now the fun part:

Wellness 219 - Triathlon Training
Ja, wirklich, Triathlon! Wie stand so schön in der Kursbeschreibung: "This is the toughest credit you will ever earn." Dem würde ich vielleicht nicht ganz zustimmen, aber es ist wirklich eine neue Herausforderung für mich. Dieser Kurs findet nur in den ersten 8 Wochen des Semesters statt, und deshalb ist das Abschlussrennen auch schon sehr bald, nämlich am 4. März. Wir werden 400 m schwimmen, 30 min. auf Spinningbikes absolvieren und zum Schluss noch 5 km laufen. Mit Radfahren und Laufen habe ich weniger Probleme, aber das Schwimmen wird ein Abenteuer. Ich bin nämlich die einzige im Kurs, die Freistilschwimmen noch lernen muss - ich mache jedoch Fortschritte (wir haben jede Woche ein extra Schwimmtraining im Uni-Schwimmbad)!
Als Hausaufgaben müssen wir laufend unsere Ernährung analysieren und mindestens 3x in der Woche mindestens 30 Minuten trainieren, inkl. Trainingstagebuch. Das hört sich möglicherweise schlimm an, macht aber enorm viel Spaß!! Kontinuierliches körperliches Training hat nämlich so viele positive Effekte auf den Körper (okay, ich hör' ja schon auf!). Der Professor ist übrigens sage und schreibe 72 Jahre alt und topfit - seinen ersten Triathlon hat er mit über 40 absolviert. Also - falls sich jemand von euch alt vorkommt ;-)...

An meiner Joggingstrecke


Wellness 221 - Snowshoeing
Mein zweiter Wellnesskurs bestand aus einem schönen Wochenende in Treehaven, dem Uni-eigenen Freizeitheim (vergleichbar mit z.B. mit Rodenroth, wer das kennt) ca. 1 1/2 Stunden nördlich von Stevens Point. Für eine geringe Gebühr bekam man Schnee, schönes Wetter, frische Luft, ein Lagerfeuer mit den berühmten "S'mores", Wolfsgeheul (ja, echtes!!) und Wandern auf Schneeschuhen, was übrigens nicht viel schwerer als normales Gehen ist.

Suchbild

verschiedene Schneeschuh-Typen. Wir haben hauptsächlich die roten ganz links benutzt.


Wellness 135 - Golf
Dieser Kurs wird erst in den zweiten 8 Semesterwochen (nach Spring Break) stattfinden, daher kann ich noch nicht viel dazu sagen. Doch es ist schon toll, was an amerikanischen Unis so alles angeboten wird - und ich bekomme das alles auch noch für lau!

English 399 - Independent Study: Palaeography
Auf diesen Kurs bin ich eher zufällig gestoßen - bis jetzt ist es enorm spannend. In einer sehr kleinen Gruppe lernen wir, alte englische Handschriften (vor allem aus dem 16. Jahrhundert) zu entziffern. Es ist faszinierend, wie viele verschiedene Alphabete es gibt - und vor allem, was sich die Leute zu sagen hatten. Neben eher alltäglichen Schriftstücken wie Inventurlisten oder Krankheitsbeschreibungen kommen uns auch so interessante Dinge unter wie eine Korrespondenz zwischen Offizieren im Kampf der britischen Flotte gegen die spanische Armada im Jahr 1588. Teilweise scheint es anfangs wirklich unmöglich, den Text zu entziffern, aber je länger man daraufschaut, desto einfacher wird es.

Will jemand einen Versuch wagen?


Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Warum belegt Heike so viele verschiedene komische Kurse? Kann man sich das in Deutschland anrechnen lassen?? Nein (außer Econ 311). Die Anwort ist ganz einfach: Um mein Visum zu behalten, muss ich Vollzeitstudentin sein, d.h. 12 Credits belegen. Die ganzen Wellnesskurse mache ich, weil sie am wenigsten Aufwand schienen was Hausaufgaben etc. angeht, sowie als willkommenen Ausgleich für das viele am Schreibtisch sitzen. Meine eigentliche Aufgabe in diesem Semester ist nämlich das Verfassen meiner Bachelorarbeit. Und damit sind wir beim letzten Kurs:

English 399 - Independent Study: Foxe's Actes and Monuments
...der kein wirklicher Kurs ist, sondern einfach nur Zeit zur Forschung beinhaltet. Und so sitze ich nun oft an meinem großen Schreibtisch zuhause oder aber im obersten Stock der Bibliothek, wo die Rare Books Collection zuhause ist, und untersuche folgenden Schatz:

Der Arbeitstitel meiner Arbeit lautet "Marketing Protestantism: Transformations of the Reformation in John Foxe's Actes and Monuments". Das Buch erschien 1563 zum ersten Mal und seitdem in hunderten (!!) Versionen. Während es in Deutschland kein einziges Originalexemplar mehr gibt, hat die Bibliothek im nicht allzu weit entfernten Madison eine Version von 1576, und Stevens Point selbst besitzt eine sehr frühe Ausgabe von 1631/32. Ideale Forschungsmöglichkeiten also! Ich werde untersuchen, wie Foxe (bzw. seine Herausgeber in späteren Jahrhunderten) in den verschiedenen Ausgaen des Buches die "neue" Religion propagiert und so die anglo-protestantische Kultur entscheidend prägt. Das nur in aller Kürze zu meiner Arbeit (ich habe das Gefühl, dass ich mich bereits wiederhole) - wenn jemand Gedankenanstöße/Anregungen/Fragen/dumme Kommentare (;-)) zum Thema hat, meldet euch gerne!!

Blick in mein Bücherregal...

Montag, 2. Februar 2009

Schnee - ganz schön viel

Mir ist aufgefallen, dass ich noch gar nichts über das Wetter in Wisconsin geschrieben habe - das möchte ich hiermit nachholen. Wir haben hier Kontinentalklima, d.h. im Vergleich zu Mitteleuropa sind die Wetterverhältnisse viel extremer - überspitzt ausgedrückt, sehr langer Winter, kurzer Sommer und fast gar kein Herbst sowie Frühling.

Lake Joanis im Sommer...

...Herbst...

...und Winter

Als ich Ende August in Stevens Point ankam, war noch Hochsommer mit knalliger Sonne und um die 30°C. Es folgte ein schöner bunter Herbst mit milden Temperaturen - Anfang November hatten wir an einem Tag nochmal ca. 20°C! Seit Ende November ist es durchgängig unter dem Gefrierpunkt, und seit Anfang Dezember haben wir eine geschlossene Schneedecke. Ich habe gehört, dieser Winter soll noch kälter und schneereicher sein als normal. Wo nicht geräumt ist, liegt zwar nur ca. 1 m Schnee, aber das ist so viel, dass sich auf allen freien Flächen riesige Schneeberge auftürmen (im letzten Post, Bild "Straße", kann man das ganz gut erkennen). Meist wird das weiße Etwas mit Baggern abtransportiert, weil es so viel ist. Schneefräsen sind gang und gebe. Also, falls es jemandem an Schnee fehlt im deutschen Winter: kommt hier vorbei :-)!

November: der erste Schnee

Dezember

Januar

das ist noch völlig okay :-).

Am letzten Wochenende war es zum ersten Mal seit knapp drei Monaten wieder ein wenig über dem Gefrierpunkt (40°F = ca. 5°C). Was sich anfühlte wie eine tropische Hitzewelle, war nicht von langer Dauer. Heute sank das Thermometer bereits wieder auf 10°F (ca. -12°C), und so soll es wohl auch noch eine Weile bleiben. Nur unter 0°F (= -18°C) wird es ungemütlich. Mit Windchill wird es manchmal so kalt, dass man nicht länger als 20 Minuten nach draußen gehen sollte wegen Erfrierungsgefahr für unbedeckte Hautflächen. Zum Glück bekommt man über das Uni-Emailsystem aber immer genug "Severe Weather Warnings"...
Durch diese wochenlange Kälte sind alle Gewässer stocksteif gefroren, und so wanderte ich im Dezember zuerst über einen örtlichen See und dann auch (zum Entsetzen aller meiner Freunde) über den doch recht breiten Wisconsin River. Wie ihr seht, lebe ich noch - es war eine tolle Erfahrung :-)!

Wisconsin River als es noch warm war...

...und als ich darübergelaufen bin

Die Wisconsinites, die hier geboren und aufgewachsen sind, fluchen fast nur über das Wetter und die Kälte. Man hört öfters Kommentare wie "What the **** am I doing in this frozen tundra?". Andererseits scheinen viele Leute noch nie etwas von Wolle oder warmer Kleidung im Allgemeinen gehört zu haben, sondern laufen immer noch in Baumwollklamotten und Sportschuhen herum. Das kann ich nicht wirklich nachvollziehen - "es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung".

frozen...

...tundra...

...beautiful!

Ich finde diesen Winter jedenfalls hundertmal besser als den deutschen: Klirrende Kälte ja, aber eben auch viel Schnee und so gut wie jeden Tag Sonnenschein. Kein Regen, grauer Himmel und Hochnebel! Man kann Schlittenfahren, Schlittschuhlaufen und Langlaufski machen - letzteres wird, glaube ich, eine meiner neuen Lieblingssportarten (ehrlich gesagt hatte ich als Abfahrtsskifanatikerin ziemliche Vorurteile gegen Langlauf. Aber nach den ersten beiden Malen liebe ich es bereits - ein tolles Workout, und wenn man es einmal heraushat, kann man ganz schön Tempo machen!). Und auch auf die Gefahr hin, dass ich schräg angeschaut werde, habe ich heute mein Fahrrad aus dem Keller geholt - Frühling, ich komme ;-)! Die Bäume in unserem Garten haben übrigens schon Blätterknospen...

ein paar asiatische Freunde, die zum ersten Mal auf Skiern stehen

Sonntag, 25. Januar 2009

Home, sweet home

Vor ca. 10 Tagen bin ich in einen echten amerikanischen Trailer gezogen. Ja, ihr habt richtig gehört - diese riesigen besseren Wohnwagen, die man nur aus schlechten Filmen kennt, in denen der white trash, die weiße Unterschicht, wohnt (jemand wie Vicky Pollard, für alle Little-Britain-Fans :-)) und wo öfters mal Leute mit dem Schlachtermesser umgebracht werden.

Soweit die gängigen Vorurteile aus Deutschland *gg*. Nein, im Ernst - es ist wirklich nett hier ;-). Unsere Nachbarn sind meist ältere Leute, deshalb ist es sehr ruhig. In unserem Trailerpark gibt es auch fast nur neuere, gepflegte Trailer.

Straße

unser "Haus" - man beachte die US-Flagge!

andere Seite

In dem Ding ist mehr Platz, als man denkt - 2 1/2 Schlafzimmer, ein großes Wohnzimmer, vollausgestattete Küche und Bad sowie eine große überdachte Terasse, die allerdings momentan aufgrund der Kälte mit Plastikfolie abgeklebt ist (wie die Schlafzimmerfenster im Übrigen auch). Dies dient als zusätzliche Wärmeisolierung (ja, wir haben wirklich eine Heizung!! Und nein, es ist nicht kalt. Meistens wenigstens :-)). Hinter dem Haus gibt es noch einen Schuppen sowie eine Wiese (imaginär, unter dem Schnee), wo man im Sommer bestimmt schön draußen sitzen und grillen kann.

front porch

Ein Nachteil ist die Entfernung zum Campus. Zu Fuß braucht man ca. 40 Minuten, mit dem Rad ca. 15 min. Der Bus hält 5 Minuten entfernt und braucht ca. 20 min zur Uni, fährt aber nur einmal in der Stunde und auch nur wochentags bis 18 Uhr. Da meine Mitbewohnerinnen aber beide Autos haben und ich Dienstags und Donnerstags sowieso komplett zuhause arbeiten werde, ist das aber okay.

mein Zimmer

mein Zimmer - andere Seite

Das beste ist, dass ich endlich wieder mein eigenes Zimmer habe und dazu noch doppelt so viel Platz wie im Wohnheim. Privatsphäre ist doch etwas Gutes! Die Möbel habe ich alle geschenkt oder geliehen bekommen - bis auf den Schreibtisch und das Bücherregal, und die waren auch nicht teuer. Es ist zwar alles nicht das Neueste und Hübscheste, aber es erfüllt seinen Zweck.

Wohnzimmer

Küche mit allem, was das Herz begehrt

Bad. Mit Badewanne, Waschmaschine und Trockner. Und keine Rasierklingen auf dem Fußboden mehr!!!

Amanda und Sarah. Ja, sie sind ein bisschen verrückt - wir passen zusammen ;-)!

Meine beiden Mitbewohnerinnen, Sarah und Amanda, studieren beide wie ich und sind höchst umgänglich, lieb und ordentlich. Dadurch, dass wir die Miete und die Einkäufe durch 3 teilen, kommen wir alle sehr günstig dabei weg. Es ist toll, abends nach Hause zu kommen und Menschen anzutreffen, die man mag und denen man wichtig ist. Wir kaufen zusammen ein, kochen, waschen ab, putzen gemeinsam und haben viel Spaß - fast wie in einer richtigen Familie. I'm at home.